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Reisebericht Niklas Lindemann;
mit dem Mountainbike über die Alpen vom 3. bis 5.09.2011 Start: Müllheim-Zunzingen, Ziel: Ledro-Tal (Valle di Ledro – oberhalb Riva –Gardasee).
Im
Sommer dieses Jahres beschlossen meine Eltern mit dem Pkw die ähnliche Route über die Alpen zu Fahren die mein Vater letztes Jahr zuFuß gegangen ist durch die Schweiz nach Südtirol bis in Valle di Ledro. Da beschloss ich für mich diese Tour mit dem Mountainbike zu fahren um dann mit meinen Eltern das MTB im Gepäck wieder nach Hause zu kommen.Im Internet machte ich mich dann kundig wie ich diese Route am besten bewältigen kann und kam hierbei auf die so genannte Heckmair-Route die von Oberstdorf nach Riva verläuft ( http://www.heckmair-route.de ) Auf diese Route wollte ich jedoch erst in Davos stoßen da ich von Zunzingen direkt durch die Schweiz nach Davos fahren wollte. Zur Vorbereitung der Tour musste ich dann mein MTB richtig präparieren mit entsprechendem robustem Reifenmaterial. Als Gepäck hatte ich sehr wenig dabei um möglichst wenig Gewicht zu transportieren.
1.Tag: Versehen mit einem Rucksack, einem Schlafsack, Ersatzkette und
zwei Ersatzschläuchen, Helm, etwas Regenkleidung, Wasserflasche, Obst und Müsliriegel fuhr ich dann am 3. September gegen 11.30 Uhr in Zunzingen los über Kandern, Scheideck, Steinen dann durch den Wald in
Richtung Rheinfelden und dann entlang des Rheines auf der Deutschen Seite bis nach Waldshut-Tiengen. Hier überquerte ich den Rhein in Richtung Baden und dann nach Zürich. Dank der guten
Wegebeschilderung in der Schweiz war es kein Problem die richtige Route zu finden. Am späten Abend nach ca. 180 KM war ich dann schon in Zürich angekommen wo ich bei einer Kirche auf einer Parkbank übernachtete.
2.Tag: Früh am morgen nach einer Übernachtung auf einer doch etwas harten Unterlage fing es gegen 5.00 Uhr an zu regnen. Da bin ich dann weitergeradelt
entlang des Zürichsees und des Waalensees in Richtung Flums. Der Regen war mal stärker und mal schwächer und gegen Mittag kam ich dann erstmals ins Rheintal nach Maienfeld (Heidiland). Nach Einkauf
eines Bechers Quark machte ich dann eine Pause von einer halben Stunde bei einer Molkerei bis der Regen etwas nachließ. Gegen 16.00 Uhr war ich in Landquart und bin dann vom Rhein weg in Richtung
Klosters gefahren um später über den Wolfgangpass nach Davos zu gelangen. Hier kam ich dann endlich auf die angepeilte Heckmair Route. Bis hier war es relativ eben aber nun kamen so langsam die Berge auf mich zu. Hier kam dann auch wieder die Sonne zum Vorschein. Da ich noch fit war radelte ich am Abend noch hoch auf den Scalettapass in Höhe von 2606
Meter um dort in einer Schutzhütte zu übernachten. Eine Übernachtung als Schüler in einer Hütte war mir zu teuer. Die
Schutzhütte war auch sehr angebracht, da es wieder etwas regnete. An diesem Tag hatte ich auch meine erste Panne und musste den Schlauchmeines Hinterrades wechseln. Über Stock und Stein kann so was schon mal
passieren.
3.Tag Morgens früh kam dann die erste Abfahrt auf einem Trail für Mountainbikerhinunter zur Alm Funtauna nach Susauna. Anschließend weiter nach S-Chanf. Da man ja in den Alpen ist ging es von hier aus wieder bergauf zum Chachaunapass (2694 Meter). Hier irgendwo überquerte ich auch die Grenze nach Italien. Anschließend hinunter zur Refugio Chaschauna in das Valle die Federia um dann zum Lago di Livigno zu gelangen. Danach steht der nächste Pass zum bewältigen an der Reihe und zwar den Passo di Valle Alpisella. Nach dem Pass geht es dann hinunter zum Lago di Giacomo um dann bald zum Lago die Cancano zu gelangen. Über Turri Piano bin ich dann auch bald in Bormio angelangt. Später war es dann nicht mehr schwierig über Ponte di Legno nach Edolo zu gelangen. Da ich mich schon seit geraumer Zeit in Italien befand gönnte ich mir in Edolo eine Pizza und eine Pasta (gar nicht so einfach als Vegetarier die rechte Verpflegung zu finden) Nach Edolo kam dann der härteste Teil meiner Tour hoch zum Passo di Campo auf 2296 Meter Höhe. Hier oben habe ich dann auf ca. 2200 Meter in der freien Natur im Schlafsack übernachtet wobei es hier dann doch sehr kühlwurde.
4.Tag Am nächsten morgen war die Abfahrt zur Malga Campo aber so schwierig,
dass ich das Bike ca. 2 Stunden tragen musste über reine Felsplatten, zum Teil gesichert mit fixen Seilen. Hier habe ich mir dann auch die Füße etwas ramponiert (Socken wären zum laufen sicher nicht schlecht gewesen, aber im September fahre ich immer ohne Socken). Anschließend ging es über Pieve di Bono in das das Val di Daone mit
einer tollen Abfahrt langsam nach Süden. Hier entlang des Stausees durch das Val di Daone in Richtung Storo. Von hier aus waren es dann nur noch ca. 15 Km hinauf ins Vale di Ledro, an den Ledrosee wo ich
zuerst meine Füße kühlte um abzuwarten, bis meine Eltern auch im Ledrotal ankamen.
Nach ca. 600 Km Wegstrecke und ca. 10000 Höhenmeter
kam ich nach Dreieinhalbtagen im Ledrotal an mit sehr vielen tollen Erlebnissen und Eindrücken. Das eine oder andere mal musste ich mich nach dem rechten Weg erkundigen, aber ansonsten war die Tour die Mühe wert. Auch ist das Vale die Ledro und die Berge um den Gardasee für Mountainbiker im Vergleich zum Schwarzwald das reinste Eldorado .
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